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Strom-Boom und der Winter retten die Stadtwerke-Bilanz

Flensburger Tageblatt - Samstag, 04.06.2011
Strom-Boom und der Winter retten die Stadtwerke-Bilanz
Millionen-Abschreibungen für das Ventspils-Abenteuer und die Tochterfirma MEISH
Flensburg

Die bundesweit stark wachsende Zahl der Flensburger Stromkunden und der lange, bitterkalte Winter haben den Stadtwerken die Bilanz 2010 gerettet. Wie der neue Stadtwerke-Geschäftsführer Maik Render und Aufsichtsratschef Rolf Helgert gestern bei der Bilanzvorlage berichteten, wächst der Umsatz ungebremst stärker denn je – um 28,6 Prozent auf 318,5 Millionen Euro im Konzern (also samt Hafen, Flughafen, Aktiv-Bus und Tochterfirmen) – und um 29,7 Prozent auf 300,9 Millionen Euro in der Stadtwerke-GmbH, dem reinen Energiegeschäft.

Das Ergebnis vor Abschreibungen auf Finanzanlagen und Aufwendungen sowie Steuern beträgt 20,6 Millionen Euro. Allein für das Abenteuer im lettischen Ventspils und die Tochterunternehmung MEISH (Ersatzbrennstoffe) mussten die Stadtwerke 7,28 Millionen abschreiben. Maik Render nannte den „technischen Geburtsfehler“ der MEISH gestern, dass eine neue Anlage in einer alten Halle gebaut worden sei. Nach 5,6 Millionen Euro Steuern blieben den Stadtwerken immerhin noch 3,6 Millionen Euro Gewinn, wovon sie wie jedes Jahr drei Millionen an die Mutter Stadt überweisen – dieses Jahr immerhin wieder, ohne an die Rücklagen zu müssen, wie Rolf Helgert betonte. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Render. Und angesichts des harten Winters und des überregionalen Erfolgs beim Strom sagte Helgert: „Wir hätten 20 Millionen haben können.“

Der Stromverkauf der Flensburger wuchs um 165 Millionen Kilowattstunden (kWh) auf 1,169 Terawattstunden. Damit macht das Stromgeschäft mittlerweile mehr als drei Viertel des Energie- und Wasserumsatzes aus. Und es wächst fast ausschließlich überregional außerhalb des Stammgebietes Flensburg/Harrislee/Glücksburg. Während Kundenzahl und Absatz hier stabil seien (rund 63 000 Kunden), wuchs die zahl der Nutzer des Flensburger Stroms überregional von 77 000 auf fast 83 000. Diese Entwicklung geht im Geschäftsjahr 2011 noch rasanter weiter. Nach dem Atomkraft-Drama von Fukushima Anfang März haben die Stadtwerke bundesweit bereits 28000 neue Stromkunden gewonnen – die Hälfte der neuen Kunden wollen mittlerweile Ökostrom, und die Gesamtzahl der Kundschaft außerhalb des Kerngebiets liegt nun bei 115 000.

Die ungewöhnlich lange Heizperiode (Render: „Wir hatten nur gut sechs Monate schneefrei.“) bescherte den Stadtwerken auch einen hohen Fernwärmeabsatz mit 1117 Gigawattstunden. Langfristig geht der Energieversorger aber eher von 950 GWh und leicht rückläufigen Wärmeumsätzen aus. Mit der 128-Millionen-Euro-Investition in Gaskessel soll bis 2016 ein renoviertes Kraftwerk entstehen, das aus 1100 Gigawattstunden Wärme statt bislang 420 künftig 640 GWh Strom produziert, also immerhin rund 55 Prozent des derzeit verkauften Stroms.

Bei den Beteiligungen zeichnet sich unter dem neuen Führungsduo Render/Helgert eine ganz überwiegende Reintegration der Tochterfirmen in die Stadtwerke an. Dies betreffe neben der MEISH auch die Ablese-Tochter Semeco. Nur noch Firmen mit überwiegend externem Geschäft wie IT-Power sollen ausgelagert bleiben.

Neue Preiserhöhungen nach der Preisrunde vom Februar soll es vorerst nicht geben. Im Gegensatz zu Wasser und Wärme wollte Render sie beim Strom für 2011 nicht kategorisch ausschließen.

Und noch eine gute Nachricht: Die Staubemissionen der Hauptkraftwerkskessel 9 bis 11 sanken binnen zehn Jahren von 96000 auf gerade mal 120 Kilo. So gesehen, seien private Öfen ökologisch kaum mehr vertretbar, fand Render.

Carlo Jolly