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Über Wolken und im Bauch der Transall

Flensburger Tageblatt - Montag, 22.08.2011
Über Wolken und im Bauch der Transall
Flugplatz-Geburtstag: Zwei Tage tolles Programm bei bestem Wetter und Gast-Flugzeugen aus Niedersachsen, Hamburg, Itzehoe sowie Dänemark
Flensburg

Wie wahnsinnig rast die Extra-300 neunzig Grad in die Tiefe, kratzt doch noch die Kurve und saust dann wieder mit einer Schraube gen Wolken. . .

Die Feier zum 100-jährigen Geburtstag des Flughafens Schäferhaus Flensburg hatte viele atemberaubende Momente für die vielen Zuschauer, die sich am Sonnabend und Sonntag auf zum Fluggelände machten. Neben Kunstflügen, wie dem der Extra-300, einem kleinen weißen Ein-Sitzer-Flugzeug, und Fallschirmspringern konnte man Rundflüge mit Motor- oder Segelflugzeugen und selbst Tandemsprünge nicht nur beobachten, sondern teilweise auch selbst ausprobieren. Die Rundflüge reichten über die Flensburger Förde, mit dem Wasserflugzeug durfte man gar zu den Ochseninseln.

Spannend war jedoch auch das Gelände selbst: 35 Flugzeuge gab es zu bestaunen, die vom kleinen Ein-Sitzer-Oldtimer bis zur „TransAll C160“, einem 32-metrigen Transportluftschiff der Marine, reichten.

Thomas Liebelt, Vorsitzender des Luftsportvereins Flensburg, erklärte das Ziel der Veranstaltung: „Es ist unserem Verein wichtig, den Flugplatz bekannter zu machen und deren Status zu verdeutlichen.“ Außerdem sei er froh über die Resonanz auf die Einladung an andere Vereine: Flugzeuge aus Niedersachsen, Hamburg, Itzehoe, Dänemark und vielen anderen Orten hätten sich auf den Weg gemacht, um sich auf dem Platz zu präsentieren.

Das Experimentiermuseum Phänomenta hatte eine zur Luftfahrt passende Ausstellung in einer der Hallen. Hier war es möglich zu lernen, dass Auftrieb dadurch entsteht, dass ein Gegenstand sich in Flüssigkeiten oder Gas befindet, oder man konnte erfühlen, wie sich der Luftdruck durch die Höhe verändert. Zusätzlich konnte man sich selbst im Weltraumtrainer um alle Achsen drehen lassen.

Einen Kontrast zum regulären Programm machte jedoch die Ausstellung „Rotweinpropeller“. In einer Halle hatte ein Quartett, bestehend aus einem Musiker, einem Autor und zwei Künstlern, gemeinsam eine Ausstellung erschaffen. Diese wurde in einer Performance am Sonnabend präsentiert. Die Bildhauerin Tietze Schmuck zeigte hier ihre Holzwerke, die meist hagere, große Menschen darstellten; der frühere Flieger Jochen Missfeldt las aus einem Fliegertagebuch, der Däne Markus Herschbach hat das Metallkunstwerk „Rotweinpropeller“, ein rotfarbiges Metallflugzeug, erschaffen, und Musiker Richard Wester unterstützte mit Musik von einer Flöte oder der Mundharmonika. „Wir möchten in dieser Flughalle eine besondere Atmosphäre schaffen. Es ist wunderbar, wie sich hier Kunstwerke aus Metall und Holz, Musik und Worte vereinen“, sagte Wester als Einleitung zur Performance.

Die wirkliche Geburtsstunde des Flugplatzes war am 9. Juli 1911. An diesem Tag versuchte der Rostocker Carl Schall als Erster von der Grasfläche in den Flensburger Himmel aufzusteigen. 5000 Neugierige waren extra gekommen, um das Luftschiff, damals aus Holz und Segeltuch, steigen zu sehen. Und tatsächlich hob er vom Exerzierfeld Schäferhaus ab. Seit diesem Tag hat der Flugplatz viele Veränderungen durchlebt: War er noch im Ersten und Zweiten Weltkrieg als Militärflughafen gebraucht worden, wurde er nach dem Gründen des Luftsportvereins Flensburg (LSV) Mitte der Fünfziger schnell zu einem Flugplatz für jedermann. Eine Motorflugschule wurde genehmigt, Landebahnen gebaut und kurzzeitige Linienstrecken eingesetzt. 1996 wurde gar einer der modernsten Tankanlagen in Europa durch die Firma BP Oil Deutschland erbaut. Diese und weitere Entwicklungen sind nun auch nachlesbar in der Chronik „Flensburg im Fluge“, die am Sonnabend präsentiert wurde und seitdem erhältlich ist.
Jenna Klingsporn