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Schäferhaus als Promi-Drehscheibe

Flensburger Tageblatt - Samstag, 04.12.2010
Schäferhaus als Promi-Drehscheibe
Ob Ministerpräsidentin Hannelore Kraft oder Comedian Oliver Pocher – ohne den Flugplatz käme manches Ereignis gar nicht nach Flensburg
Flensburg

Der Schnee fliegt waagrecht über das Rollfeld. Der Gehweg zum Tower ist zugeschneit. Der Drehscheinwerfer rotiert und wirft einen Lichtkegel über den gesamten Flugplatz Schäferhaus. Es ist 18.15 Uhr, und im Westen sind jetzt die Landescheinwerfer eines Flugzeugs zu sehen. Wenig später landet die Turboprop-Maschine vom Typ Cessna, die etwa anderthalb Stunden früher in Düsseldorf gestartet war.

An Bord: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die an diesem Abend von Johannes B. Kerner in die Campushalle eingeladen ist. Beim Sat-1-Jahresrückblick will der Moderator mit der nordrhein-westfälischen Regierungschefin und „Politikerin des Jahres“ unter anderem über die Katastrophe bei der Love Parade in Duisburg sprechen. Denn sie war bei dem schrecklichen Ereignis im Sommer 2010 doppelt betroffen – als frisch gekürte Ministerpräsidentin und Mutter. Sie musste sich um ihren Sohn Jan sorgen, der ganz in der Nähe der Katastrophe die Love Parade miterlebte. Bei Kerner berichtete der 17-Jährige davon.

Doch am nächsten Morgen muss Jan in die Schule. Und da die Ministerpräsidentin, die seit 1. November auch Bundesratspräsidentin ist, um 10 Uhr Plenarsitzung im Düsseldorfer Landtag hat, heißt es nach der Aufzeichnung der Kerner-Show „Rein ins Auto und rauf auf die Autobahn“. Denn sie könnte zwar in Schäferhaus wieder starten und zurückfliegen, aber nicht mehr in Düsseldorf landen. „Düsseldorf ist nachts zu“, sagt Flugleiter Ralf Wanger. „Starten bei uns wäre kein Problem.“

„Zu“ ist an diesem Abend auch der Flughafen München, wo Oliver Pocher nach Flensburg abheben will. Geht aber nicht, er muss nach Memmingen ausweichen, steht auf dem Weg dorthin im Stau. Doch gegen 18.45 Uhr kann der Cessna Citation-Jet endlich abheben, und Ralf Wanger und sein Team hängen am Tower in Flensburg noch zwei Stunden ran. Am Ende landet Pocher heil in Schäferhaus und düst zur Halle.

Hannelore Kraft lässt sich an diesem Abend von Uwe Reszka fliegen, der seine Turboprop-Maschine in Schäferhaus parkt. Kürzlich hat er mit seiner Firma „Luftdienst Nord“ David Hasselhoff geflogen. In Schäferhaus landete kürzlich der neue Boxweltmeister Carl Froch und ließ sich von hier nach Pattburg zu einem Event auf der Kart-Bahn eskortieren. Die Bundespolizei habe kürzlich den Flugplatz für Kontrollflüge genutzt, berichtet Wanger. Als eine unterirdische Pipeline aus der Luft überprüft werden sollte, seien die Experten hier gestartet.

Flugleiter Ralf Wanger betont auch die Bedeutung für den Nachwuchs. „Vor einigen Jahren hat hier die Tochter eines unserer Mitglieder mit Segelfliegen angefangen“, so Wanger, „und jetzt ist sie Co-Pilotin bei der Lufthansa.“

„Veranstaltungen wie die Kerner-Show in der Campushalle werden auch wegen des Flugplatzes überhaupt erst möglich“, sagt Manfred Bühring, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, die über die Stadt-Tochter Stadtwerke letztlich eine Enkelin der Stadt Flensburg ist. Vor dem Hintergrund eines möglichen Einstiegs Flensburgs beim Flughafen Sonderburg hatten SPD und Grüne die Sinnhaftigkeit des Flugplatzes und einer städtischen Beteiligung daran in Frage gestellt (wir berichteten). Bühring und auch die Spitze des Luftsportvereins hatten hingegen mit Nachdruck auf die Unverzichtbarkeit des Flugplatzes hingewiesen.

Als Uwe Reszka mit Hannelore Kraft, ihrem Sohn Jan und weiteren Begleitern an Bord sich der Landebahn aus West gegen den starken Ostwind näherte, sagt Ralf Wanger nur: „In Sonderburg hätten die gar nicht landen können. Zu viel Seitenwind. Die Landebahn dort ist in Nord-Süd-Richtung.“ Joachim Pohl