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Falsch informiert

Flensburger Tageblatt - Freitag, 12.11.2010
Falsch informiert

Zu: Schäferhaus vor dem Absturz (Ausgabe vom 11. November)

Es ist erschreckend, von welchen Fehlinformationen und Defiziten an betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen die Äußerungen mancher Volksvertreter zum Flugplatz Flensburg-Schäferhaus geprägt sind. Die vier privaten Anteilseigner der Flughafenbetriebsgesellschaft werden sich wundern, von ihrem Ausscheiden aus der Gesellschaft nichts bemerkt zu haben. Wie man 3126 geschäftlich motivierte Flugbewegungen im Jahr 2009 als „kaum noch Firmenflüge“ werten kann, bleibt rätselhaft. Sie sind der Beweis dafür, dass „Schäferhaus“ unverzichtbar für die Infrastruktur Flensburgs ist.

Und wer Naturschutzflächen nach §15a des Landesnaturschutzgesetzes als „Potenzial für Wohnen und Gewerbe“ bezeichnet, hat sich nicht oder nur fahrlässig unvollständig informiert. Noch mehr wundert, dass ein Vertreter der Grünen 10 000 Euro investieren möchte, um 82 Hektar Naturschutzfläche „loszuwerden“. Der Hinweis auf einen binationalen Flughafen Sonderburg klingt nicht mehr so gut, wenn man weiß, dass Sonderburg seit Jahren höchste Defizite produziert und sich in existenzieller Not befindet. Da würde es der Kommune Sonderburg schon gut gefallen, Flensburg ins Boot nehmen zu können. Eine 27 000-Einwohner-Stadt bedient sich seines drei Mal so großen Nachbarn. Der Schwanz wedelt mit dem Hund. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt? Kiel und Lübeck wären heute froh, wenn sie ihre Flughäfen kaufmännisch so geführt hätten, wie Flensburg seinen. Mit zirka 50 000 Euro Liquiditätsunterschuss per annum gäbe es dort keine existenziellen Probleme.

Nach den schon hinter uns wie noch vor uns liegenden Millionenkatastrophen (Sparkasse und Campus-Bad) erschüttert der anhaltende Umgang mit den Ressourcen unserer Stadt. Es ist wünschenswert, dass zukünftige Entscheidungen von mehr kaufmännischem Sachverstand begleitet werden. Wie ein Defizit dieser Größenordnung gegen mindestens acht wegfallende Arbeitsplätze zuzüglich Entschädigungen der Flugplatzinvestoren zu bewerten ist, lässt sich nämlich genau rechnen. Lukrativer wäre die Schließung des Innenhafens. Wer kann sich das vorstellen?
Thomas Liebelt
Flensburg