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Schäferhaus: Wo man schneller fliegt

Flensburger Tageblatt - Dienstag, 13.04.2010
Schäferhaus: Wo man schneller fliegt
Betriebsgesellschaft des Flugplatzes feiert 50-jähriges Jubiläum: Sicherheits-Anforderungen an die Großflugplätze stärken die kleinen
Flensburg

Manchmal während der 80er Jahre schien es, als würde der Flensburger Flugplatz die 50 nicht mehr erleben. Schäferhaus lag der armen Stadt auf der Tasche, und über die Schließung des Regionalflugplatzes wurde immer mal, vor allem aber immer lauter nachgedacht. Dann kam die Deutsche Einheit, zwischenzeitlich Motorola – und die Erkenntnis, dass auch ein Zuschussbetrieb ein anständiges Wertschöpfungspotenzial besitzen kann. Gestern ließen die Akteure den Jubilar hochleben. Die Flensburger Flughafenbetriebsgesellschaft mbH feierte den 50. Jahrestag ihrer Gründung – und ganz ohne abgehoben zu klingen, sah Geschäftsführer Manfred Bühring auf dem Presseempfang rosige Zeiten voraus.

Es dürften auch gerne schwarze Zahlen werden, meinte Geburtstagsredner Erich Seifen, der den Stadtpräsidenten vertrat. 100 000 Euro Zuschuss kostet Schäferhaus die Hauptgesellschafterin Flensburger Stadtwerke jährlich. Aber der SSW-Politiker war weit davon entfernt, Schäferhaus damit das Existenzrecht abzusprechen. Ganz im Gegenteil. Es gebe keinerlei Bestrebungen, den 2014 auslaufenden Pachtvertrag nicht zu verlängern, teilte Seifen mit.

Das sagte er, um zu unterstreichen, was alle Schäferhaus-Nutzer vor ihm gesagt hatten, nämlich, dass hier für einen vergleichsweise bescheidenen Zuschuss eine wichtige regionale Verkehrsinfrastruktur vorgehalten wird. „Schnelligkeit und Erreichbarkeit sind mehr denn je entscheidende Kriterien, insbesondere in zentrumsfernen Regionen wie dem Landesteil Schleswig“, so Bühring. Zu den Nutzern gehören die regionalen Produktionsunternehmen, aber auch zunehmend national und international agierende Dienstleister.“

Bestes Beispiel: die BinAir Aero-Service GmbH. Die Frachtflieger profitieren von einem ganz wesentlichen Vorteil des „kleinen“ Regionalflugplatzes: der höheren Geschwindigkeit. Carsten Wilke, der als Flugleiter mit Ralf Wanger den Flugbetrieb rund um die Uhr sicherstellt, berichtet von anderen Häfen. Wo auch der kleine Cargo-Flieger in das große Anti-Terror-Sicherheitsgetriebe hinein gezogen wird. „Die Standzeiten am Boden sind erheblich länger. Ehe man in Hamburg aufsteigen darf, vergehen zwei Stunden“, sagt Wilke. „Bei uns steigt man ein und fliegt einfach los. Das ist fast wie Autofahren.“

Dieser Vorteil der kleinen Flugplätze mit ihren Privat- und Vereinsfliegern war zwischenzeitlich in Gefahr gewesen, erinnerte Rüdiger Hildebrandt von der Landesluftfahrtbehörde. „Das Bundesinnenministerium hat seine Pläne zum Glück wieder fallen gelassen. Das wäre natürlich der Genickschuss für die Regionalflugplätze gewesen.“ Hildebrandt bescheinigte den Flensburgern mit Schäferhaus gute und vorausschauende Arbeit geleistet zu haben. „Man kann mit Flugplätzen ein kleines Vermögen machen – wenn man vorher ein großes hineingesteckt hat.“

Dass die Gleichung in Flensburg so einigermaßen aufgeht, ist auch ein großes Verdienst des benachbarten Luftsportvereins, der kürzlich sein 60-jähriges Jubiläum feierte. „Es ist eine symbiotische Zusammenarbeit, wie sie einzigartig ist“, freut sich Bühring. „Eine echte Win-Win-Situation.“ Von den durchschnittlich 15 000 Flugbewegungen sind nur 20 Prozent gewerblich. Von den 12 000 verbleibenden Flügen haben die meisten etwas mit dem LSV zu tun, der in Schleswig-Holstein der größte seiner Art ist.

Am 30. Mai stellen Betriebsgeselschaft und Verein den Flugplatz im Rahmen eines Tags der offenen Tür vor. Vielleicht eine Generalprobe, zu der im nächsten Jahr fälligen Feier. Dann wird nämlich das Flugfeld 100 Jahre alt.

Holger Ohlsen