Kontakt

Flensburger Flughafenbetriebsgesellschaft mbH
Lecker Chaussee 127
24941 Flensburg

Tel: +49-461-91700
Fax: +49-461-95346
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Öffnungszeiten

Täglich von 9 Uhr bis SS+30 bzw. max 20 Uhr LT

Übrige Zeit ist PPR

WebCam

WebCam Thumbnail

Stadtwerke wachsen gegen jeden Trend

Flensburger Tageblatt - Samstag, 30.05.2009
Stadtwerke wachsen gegen jeden Trend
Die Flensburger Stadtwerke sind mittlerweile größter Firmen-Arbeitgeber in der Stadt, machen aber schon mehr Umsatz jenseits der Stadtgrenzen.
Stadtwerke-Chef Matthias Wolfskeil gab gestern bei der Bilanzvorlage ein Versprechen ab: Alle Preise bleiben stabil – mindestens bis zum Jahresende.
Flensburg
/
sh:z

– Krisensitzungen, Jobabbau oder Kreditklemme: Bedenkt man, was derzeit an Informationen aus anderen Unternehmen dringt, muss man die Zahlen, die Stadtwerke-Geschäftsführer Matthias Wolfskeil gestern vorlegte, mindestens als ungewöhnlich bezeichnen: ein um fast 20 Prozent oder 36,4 Millionen auf 224 Millionen Euro gestiegener Jahresumsatz, eine um 15 000 auf 72 000 gewachsene Zahl an Stromkunden und auch ein um 14 auf 869 Millionen Kilowattstunden steigender Stromabsatz – obwohl der Stromverkauf in der Stadt um 15 Prozent zurückgegangen ist. Motorola und Danfoss lassen grüßen.

Das Bilanzjahr 2008 markiert für die Flensburger Stadtwerke auch einen historischen Einschnitt. Erstmals verkaufte das Unternehmen außerhalb seines rund 110 000 Bürger umfassenden Kerngebietes Flensburg/Glücksburg/Harrislee mehr Strom als auf dem Heimatmarkt – rund 54 Prozent, die überwiegend an Kunden in Schleswig-Holstein und Hamburg fließen.

Der Fernwärmeabsatz stieg zwar 2008 noch einmal leicht um 42 auf 931 Gigawattstunden, ist jedoch langfristig rückläufig. Wolfskeil macht dafür bessere Wärmedämmung, Energiesparen und „manchmal auch einen dickeren Pulli“ im Winter verantwortlich. Um auch hier künftig wieder zu wachsen, schielen die Stadtwerke längst ins Umland, wo mit Wees, Handewitt und Tarp bereits konkrete Vereinbarungen getroffen wurden (wir berichteten). Als einmalige Chance, Wärmekunden im Gebiet bis zur Schlei und zur nordfriesischen Grenze zu gewinnen, bezeichnete Wolfskeil das Auslaufen von 90 Prozent aller Konzessionsverträge landesweit innerhalb der kommenden zwei Jahre – hier immerhin ein Gebiet mit fast 150 000 Einwohnern.

Auch die Mitarbeiterzahl der Stadtwerke entwickelt sich gegen den Branchentrend: Während andere Stromversorger seit 1999 durchschnittlich 20 Prozent Stellen reduziert hätten, bauten die Stadtwerke 25 Prozent zusätzliche Arbeitsplätze auf – und sind jetzt mit den Töchtern IT-Power, Semeco (Ablesung), Aktiv-Bus, Hafen und Flughafen mit 958 Mitarbeitern (mit Azubis) größter gewerblicher Firmen-Arbeitgeber in der Stadt.

Und noch einen Superlativ zogen Wolfskeil und sein Aufsichtsratschef Peter Köhler gestern aus dem Hut. Die Tochter Aktiv-Bus habe zum dritten Mal in Folge Gewinn gemacht: „Damit sind wir in Deutschland wohl einmalig“, vermutet Köhler.

Der Gewinn der GmbH liege mit 5,8 Millionen Euro aufgrund der höheren Kosten beim Strom- und Kohlebezug sowie den Kosten zum Erhalt der Netze deutlich unter dem Vorjahr von 13 Millionen. Samt Konzessionsabgabe (6,3 Millionen) und Steuern könne Mutter Stadt dennoch mit rund 15 Millionen von der Tochter rechnen.Carlo Jolly