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Flughafen komplett: Luftwerft für Schäferhaus

Flensburger Tageblatt - Mittwoch, 04.03.2009
Flughafen komplett: Luftwerft für Schäferhaus
Seit 1911 gibt es den Verkehrslandeplatz Flensburg-Schäferhaus. Nun eröffnet endlich die erste Flugzeugwerft. Britta und Karl-Heinz Petersen starten durch in die Selbstständigkeit.
Flensburg
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sh:z

– Noch riecht es nach Holz, machen Bohrer und Hämmer gnadenlosen Lärm und führt eine wackelige Leiter ins künftige Büro auf zweiter Ebene der neuen Halle. Motorengeruch und -geräusch werden demnächst Einzug halten. Bald hundert Jahre wollen sie darauf gewartet haben, sagt ein glücklicher Geschäftsführer des Flensburger Flughafens. Und Manfred Bührings Aussage ist kaum geflunkert.

Denn der Verkehrslandeplatz Flensburg-Schäferhaus feiert in zwei Jahren tatsächlich Jubiläum und in weniger als zwei Wochen Premiere einer „Flugzeugwerft“.

Karl-Heinz und Britta Petersen gründen eine Existenz. Auf dem Fundament satter Erfahrung von acht (sie) und 25 Jahren (er), zuletzt im dänischen luftfahrttechnischen Betrieb Padborg, soll der „Flugzeugservice Petersen“ ab April durchstarten.

Der 46-jährige Fluggerätemechaniker hält Flensburg für einen „idealen Standort, weil hier so viele Flugzeuge stationiert sind“ und „nichts Vergleichbares“ sich in der Nähe befinde. In der Tat beschert das Umfeld beiden Gründern ein Starthumankapital von 40 Kunden; inzwischen machten Änderungen im Steuerrecht eine deutsche Werft auch attraktiv für süddänische Kunden. Auch Britta Petersen (40) lobt die Lage angesichts Landebahn, großzügiger Öffnungszeiten, Restauration und städtischer Infrastruktur.

Zu dritt will das Unternehmen den „kompletten Service bieten“, und zwar Wartung wie Reparatur sämtlicher Flugzeuge in „Metall-, Kunststoff-, Holz - und Gemischtbauweise“, erklärt Karl-Heinz Petersen. Das Netzwerk zu anderen Werften wollen die Unternehmer pflegen und eng mit einer Husumer Lackierei zusammen arbeiten. Allein Motorinstandsetzung werde nicht angeboten.

Britta Petersen (40), die früher als Krankenschwester und Lehrerin für Pflege gearbeitet hat, kümmert sich um die Buchhaltung. Erwartungsgemäß hoch seien bürokratische Hürden wie Betriebshandbuch und Dokumentationen sowie die Sicherheitsanforderungen für eine derartige Gründung. Ein externer Auditor sei vonnöten, der beispielsweise das Lager auf Luftfeuchte und Helligkeit prüfe, damit Geräte nicht vorzeitig alterten. „Man muss für jedes Flugzeug, an dem man arbeitet, die Herstellungspapiere haben“, erläutert Karl-Heinz Petersen. Das Familienunternehmen strebe gleich die Zulassung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) an anstelle einer lediglich nationalen des Luftfahrtbundesamtes (LBA).

„Unheimlich viel Arbeit, die man nicht sieht“, betonen die Inhaber, soll schließlich Früchte tragen mit der Einweihung der Werft am 13. März, einem Freitag. Substanziell sind die 50 000 Euro, welche beide als Betriebsinhalte einbrachten. Gleichzeitig erfahren die Gründer Unterstützung von allen Seiten, etwa vom Luftsportverein und der Betriebsgesellschaft des Flughafens.

Eine Beteiligungsgesellschaft baue die Halle zur Miete und schaffe weitere Stellplätze, weiß Thomas Liebelt, Vereinsvorsitzender und Unternehmer. „Wir begrüßen das außerordentlich, weil das die Dienstleistungen auf dem Flensburger Flughafen abrundet“, betont auch Bühring. Und Flugleiter Ralf Wanger adelt die kommende Werft zum „Juwel für die Stadt“. Nicht nur die Petersens haben viele Gründe, abzuheben.antje walther