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Dauer-Lizenz für Wasser-Flugplatz

Flensburger Tageblatt - Montag, 13.08.2007
Dauer-Lizenz für Wasser-Flugplatz
Grünes Licht für maritime Basis vor Sonwik / Leiseres Flugzeug nimmt mehr Rücksicht auf Anlieger

Flensburg/wer

Was hat Flensburg mit Metropolen wie New York, San Francisco oder Vancouver gemeinsam? Einen Wasserflugplatz. Die maritime Basis der Fördestadt liegt in Sonwik und ist seit diesem Sommer kein Provisorium mehr. „Für die dauerhafte Genehmigung brauchten wir grünes Licht von 22 Behörden“, sagt Heiko Harms, der Pilot von Clipper-Aviation, der die Wasserflugzeuge vor drei Jahren nach Flensburg gebracht hat.

Doch Gegenwind für die in Schleswig-Holstein einmalige Wasserflugzeug-Basis kam nicht nur von den Behörden, sondern auch einer Bürgerinitiative, die sich eigens aus Protest gegen den Fluglärm über Sonwik gründete. Doch trotz vieler Widerstände blieb Harms der Flensburger Förde treu. „Denn die zählt nicht nur zu den schönsten Segel-Revieren überhaupt“, betont Harms. Und der Pilot suchte das Gespräch und die Einigung mit den Anliegern.

Der sichtbare Ausdruck des gefundenen Kompromisses liegt seit einigen Wochen regelmäßig vor der Sonwik-Marina oder kann auch im Luftraum über Flensburg gesichtet werden – das neue, knallgelbe Lehr-Flugzeug der Clipper Aviation. So gut der Zweisitzer des Typs „Piper PA 18“ zu sehen ist, so wenig ist diese Maschine zu hören. Ganz im Gegensatz zum bisherigen roten Lehrflugzeug. Dieses stammte aus den USA, einem Land, in dem der Bereich Lärm-Emissionen recht großzügig gehandhabt wird. Deshalb richtete sich der Zorn der Anlieger in erster Linie gegen das kleine Rote. „Die Maschine war zu laut“, sagt auch Harms. Die neue Piper, Baujahr 1957, stammt dagegen aus Italien, zugelassen ist der schmucke Flieger aber nach den deutschen Luftsport-Gesetzen. Mit Blick auf die Anlieger will Harms zudem die gewünschten Ruhezeiten einhalten und auch nur noch über dem Wasser – nicht über den Häusern – starten und landen.

Ein schöneres Flug-Revier als die Schleswig-Holsteinische Ostseeküste gibt es für Harms kaum. Trotz mehr als 10 000 Flugstunden – „Von der Ostsee kann nicht genug bekommen“, schwärmt der ehemalige Tornado-Pilot. Entsprechend froh ist Harms, dass seine Firma nun auch von allen zuständigen Luftfahrt- und Schifffahrts-Behörden die Genehmigung zum Starten und Landen auf der gesamten schleswig-holsteinischen Ostsee hat. Das bedeutet, dass Heiko Harms überall, wo seiner Meinung nach ausreichend Platz und das Wasser mindestens 30 Zentimeter tief ist, zur Landung ansetzen darf. Für Rundflüge über das Mare Balticum aber auch zu anderen Zielen steht weiterhin die rot-weiße Beaver bereit, ein 450 PS-starkes Buschflugzeug aus Kanada, in dem fünf Gäste Platz finden und das in diesem Jahr auf den Namen „Delta-Flen“ getauft wurde.

Doch die viel gebuchte Maschine war in diesem Sommer nur selten in Flensburg zu sehen, dafür aber bei vielen maritimen Events und auf den beiden weiteren Wasserflugplätzen der Republik in Hamburg und Müritz. „Wir können uns eben nicht teilen. Weitere Piloten werden dringend gesucht und mittelfristig auch ein drittes Flugzeug“, sagt Harms.

Im kommenden Sommer sollen die Wasserflugzeuge aber in jedem Fall häufiger in Sonwik zu sehen sein. „Bis dahin werde wir auch den Anlage-Ponton ansehnlich herrichten und auf ihm einladende Möglichkeiten zum Verweilen schaffen“, kündigt Harms an.