Kontakt

Flensburger Flughafenbetriebsgesellschaft mbH
Lecker Chaussee 127
24941 Flensburg

Tel: +49-461-91700
Fax: +49-461-95346
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Öffnungszeiten

Täglich von 9 Uhr bis SS+30 bzw. max 20 Uhr LT

Übrige Zeit ist PPR

WebCam

WebCam Thumbnail

Baugrund-Suche ohne Tabus

Flensburger Tageblatt - Donnerstag, 07.09.2006
Baugrund-Suche ohne Tabus
Flensburg braucht mehr Platz zum Wohnen. Für 3700 benötigte neue Wohnungen und Häuser gibt es bisher keine Planungs-Grundlage. Auf der Suche nach neuen Reserven gibt es für Bürgermeister Tscheuschner keine Tabu-Flächen.
Flensburg
/
wer

– Wachsen oder Schrumpfen? So lautet für Flensburgs Zukunft die entscheidende Frage. Gegen den Bundestrend hat die Fördestadt – wie berichtet – in den vergangenen fünf Jahren netto 1800 neue Einwohner gewonnen. Für die Verwaltungsspitze kein Grund, die Hände zufrieden in den Schoß zu legen. „Die Konkurrenz der nahen Nachbargemeinden ist groß. Schaffen wir keine neuen Angebote, wird Flensburg wieder schrumpfen“, betonte Chefplaner Dr. Peter Schroeders bei der gestrigen Vorstellung der Wohnbau-Entwicklung bis zum Jahr 2020 im Rathaus.

Eine Reserve von 600 bis 700 neuen Wohneinheiten bieten die Möglichkeiten des aktuellen Flächennutzungsplans der Stadt. Mit Blick auf den vom Land prognostizierten zusätzlichen Bedarf an Häusern und Wohnungen sind dies rund 3700 Einheiten zu wenig. Eine Überarbeitung des Rahmenplans tut Not und ist von einer Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Politik und Verwaltung auch bereits in Arbeit. Doch Naturschutz, Eigentumsverhältnisse und andere Bau-Hindernisse setzen dem Finden neuer Flächen enge Grenzen. „Geprüft wird alles, was nicht bebaut ist, es gibt keine Tabus. Sportanlagen, Kleingärten oder der Flugplatz Schäferhaus – keine Flächen sind von vornherein außen vor“, betont Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner, der die finanzpolitische Bedeutung jedes einzelnen Flensburgers hervorhob. Rund 1000 Euro pro Jahr gibt an öffentlichen Zuweisungen für jeden Stadtbewohner, Steuereinnahmen noch nicht dazu gerechnet.

Schwieriger scheint derzeit die Ausweisung von neuem Bauland in der westlichen Stadthälfte. Im Osten und Süden gibt es dagegen in Hochfeld und rund um Tarup noch größere, derzeit vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Reserven. Besonders gefragt wird bis 2020 Wohnraum für die Gruppe 75 Jahre und älter sowie für die 30- bis 40-Jährigen sein. „Dass es die Letztgenannten besonders stark zurück in die Stadt zieht, ist eine Flensburger Besonderheit, die uns freut, denn diese Altersgruppe ist die Zukunft einer Stadt“, sagt Tscheuschner.

Eine weitere Flensburger Besonderheit ist die Möglichkeit des Wasser nahen Wohnens, für die es laut Schroeders eine besonders hohe Nachfrage gibt. „Sonwik ist eine Erfolgsgeschichte, sogar beim an sich danieder liegenden Geschoss-Wohnungsbau. Von Quartieren dieser Art müssen wir künftig mehr anbieten können“, fordert Peter Schroeders. So könnte Wohnen am Wasser künftig unter anderem auf der Harniskaispitze oder auch in Fahrensodde möglich sein. Für wenige gibt es laut Schroeders zudem eine neue Chance zum Wohnen auf der Förde. Für maximal fünf weitere Wasserhäuser auf der Mole in Sonwik gibt es grünes Licht.

Neben exklusiven Angeboten sei es laut Schroeders auch wichtig, qualitativ hochwertigen und zugleich preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Zusammen gefasst sind diese und weitere Entwicklungsziele in einem Leitlinien-Paket, das heute auf der Tagesordnung der Ratsversammlung steht. Der Planungschef hofft auf einen „breiten Konsens“.