Kontakt

Flensburger Flughafenbetriebsgesellschaft mbH
Lecker Chaussee 127
24941 Flensburg

Tel: +49-461-91700
Fax: +49-461-95346
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Öffnungszeiten

Täglich von 9 Uhr bis SS+30 bzw. max 20 Uhr LT

Übrige Zeit ist PPR

WebCam

WebCam Thumbnail

Viel Lärm um Flieger auf der Förde

Flensburger Tageblatt - Mittwoch, 05.07.2006
Viel Lärm um Flieger auf der Förde
Bürgeranhörung zum Flugzeug-Landeplatz bei Sonwik im Flensburger Rathaus
Flensburg
/
hms

– Mit einer öffentlichen Anhörung wollten die Stadt und die Landes-Luftfahrtbehörde am Montagabend im Rathaus ein Meinungsbild zum Thema Wasserflugzeug-Landeplatz auf der Flensburger Förde erhalten. Die Stimmung zwischen den Befürwortern und den Gegnern des Landeplatzes bei Sonwik war gereizt. Der Betreiber des Flugbetriebes, Heiko Harms, signalisierte Gesprächsbereitschaft.

Harms startet seit zwei Jahren von Sonwik aus zu Rundflügen, er bringt Touristen hierher oder hebt ab zu Touren in die dänische Südsee. Das ist ein gutes Geschäft für die Firma Clipper Aviation, sie möchte den Flugbetrieb mit dem Wasserflugzeug zur Dauereinrichtung machen und hat beim Land eine entsprechende Genehmigung beantragt.

Anwohner wehren sich gegen den Fluglärm und haben eine Bürgerinitiative gegründet. Bisher flog Harms auf der Grundlage einer Sondergenehmigung. Entsprechend locker waren die Vorgaben. Jetzt sollen die Ein- und Ausflugschneisen nur noch über Wasser und nicht mehr über bewohntes Gebiet führen. Ein neues leiseres Flugzeug will er anschaffen, und er verspricht, Ruhezeiten einzuhalten. Harms plant bis zu zwölf Flugbewegungen pro Tag, aber keinen Nachtflugbetrieb.

Rüdiger Hildebrandt von der Landesluftfahrtbehörde machte den rund 80 Zuhörern deutlich, dass es im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nur wenig Möglichkeiten gibt, zeitliche oder räumliche Einschränkungen des Flugbetriebs zu verordnen. Lediglich die Flughöhen werden definiert. Ein Gutachten über die absehbare Lärmbelästigung ergab keine gesundheitsgefährdenden Werte. Hildebrandt räumte ein, dass der Lärm gleichwohl störend sein könne. Es werde immer mal wieder kurzzeitig so laut, dass man sich im Freien nicht unterhalten könne. Aus Gründen des Naturschutzes oder der Sicherheit auf See sehe er keine Hinderungsgründe.

Die Anwohner fühlen sich vor allem an den Wochenenden und in der Mittagszeit gestört. Sie warfen Harms vor, in den vergangenen Jahren „verantwortungslose Tiefflüge“ über ihren Häusern gemacht zu haben. „Ich habe sogar ihren Kopf sehen können“, sagte eine Anwohnerin. Alle gemeinsam sorgen sie sich um den Wert ihrer Häuser, um die Sicherheit von Booten und Grundstücken.

Zusätzlichen Ärger verursachte ein Hubschrauber, der an zwei Tagen während des Hafenfestes in Sonwik über Mürwik kreiste. Markus Lempelius, Sprecher der Bürgerinitiative IG-Startverbot, forderte, den Flugverkehr auf der Förde einzustellen.

Die Stadt Flensburg wird bei der Genehmigung nur gehört. Dr. Peter Schroeders kündigte eine Prüfung an, ob nicht Planungsrecht gegen den Flugplatz spreche. Einige Teilnehmer der Sitzung vornehmlich solche, die beruflich mit der Vermarktung und Entwicklung des Stadtteils Sonwik befasst sind, warben indes für die zwei Flugbahnen. Sie sei eine Bereicherung für Flensburg und ein wichtiges zusätzliches Angebot. Offenbar gebe es bei Alt und Jung unterschiedliche Toleranzen, sagte ein Befürworter mit Anspielung auf die überwiegend ältere Fraktion der Gegner.

Heiko Harms war offenbar an einem gedeihlichen Miteinander in der Nachbarschaft gelegen. Er bot Gespräche über die Regelungen an, die in die Genehmigung hineingeschrieben werden können. Dazu zählt beispielsweise eine Mittagspause. Harms unterstrich immer wieder, sich an die strengeren Flugregeln, die größeren Höhen und die An- und Abflugwege über das Wasser halten zu wollen. Eine Einigung kann es nur auf freiwilliger Grundlage seitens des Antragstellers Harms geben, machte Hildebrandt deutlich.