Kontakt

Flensburger Flughafenbetriebsgesellschaft mbH
Lecker Chaussee 127
24941 Flensburg

Tel: +49-461-91700
Fax: +49-461-95346
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Öffnungszeiten

Täglich von 9 Uhr bis SS+30 bzw. max 20 Uhr LT

Übrige Zeit ist PPR

WebCam

WebCam Thumbnail

Vor 40 Jahren lernte der Kranich in Schäferhaus das Fliegen

Schlei Bote - Samstag, 11.06.2005
Vor 40 Jahren lernte der Kranich in Schäferhaus das Fliegen
Lufthansa betrieb von 1965 bis 1971 eine Pilotenschule in Flensburg / Am Wochenende treffen sich die Teilnehmer des ersten Flugzeugführer-Lehrgangs
Flensburg
Rainer Fischer

Von 1965 bis 1971 gab es in Schäferhaus eine Pilotenschule der Lufthansa. An diesem Wochenende treffen sich Schüler der ersten Stunde in Flensburg. Heinz-Dieter Bonsmann erinnert sich gerne an die Jahre an der Förde.

Ihr Jahrgang hat noch die „schönste Zeit“ der Fliegerei mitgemacht, als Propellermaschinen Standard waren und Flugzeuge noch kein Massentransportmittel. Sie gehörten zu den ersten Piloten in Deutschland, die mit der damals neuen Boing 737 geflogen sind. Doch bevor es so weit war, mussten sie das Fliegen von Grund auf lernen. Und das taten sie mit echter Begeisterung – in Flensburg. Am 18. Januar 1965 begann der 21. NFF, der Nachwuchs-Flugzeugführer-Lehrgang, der Lufthansa in Bremen mit seiner knapp zweijährigen Ausbildung. Dort war der Hauptstandort der Pilotenausbildung der Deutschen Airline seit 1955.

Als die Beschwerden über den Fluglärm zunahmen, suchte die Lufthansa einen alternativen Standort für die fliegerische Ausbildung. In Schäferhaus fand sie eine geeignete Infrastruktur vor. Als die 16 jungen Männer des 21. NFF im April 1965 nach Schäferhaus kamen, musste dort allerdings noch improvisiert werden: In den Baracken wurde nicht nur gelernt, sondern auch auf engstem Raum gewohnt und gekocht.

Die flugpraktische Ausbildung in der Lufthansa-Außenstelle, die bis in den Herbst dauerte, wurde auf einmotorigen Propellermaschinen der Typen „Chip Munk“ von de Havilland, der „Kl 107“ der Firma Klemm sowie auf der Saab „Saphir“ absolviert. Heinz-Dieter Bonsmann war einer der 16 Schüler. Wie seine Mitlernenden erinnert er sich gerne an die Flensburger Zeit. „Wir fühlten uns alle pudelwohl in der Fördestadt. Endlich ging es mit der fliegerischen Ausbildung voran. Außerdem haben wir alle unseren prägenden ersten Alleinflug hier absolviert“, erzählt er.

Die Außenstelle der Kranich-Gesellschaft in Schäferhaus bestand nur wenige Jahre: Das Wetter war einfach zu schlecht, auch hier gab es Beschwerden über Fluglärm, obwohl die Kaufkraft der Fluglehrlinge ansonsten hoch geschätzt wurde. Heute wird der fliegerische Nachwuchs der Lufthansa in der Nähe von Phönix im amerikanischen Arizona ausgebildet. Dort betreibt die Airline einen eigenen Flugplatz, mitten in der Wüste.

Heinz-Dieter Bonsmann war als Flugkapitän in Frankfurt am Main stationiert, als „Zwangshesse“ wie er schmunzelnd erzählt. Heute lebt er mit seiner Frau in der Nähe von Neustadt in Holstein und kümmert sich um eine kleine Pferdehaltung – wenn er nicht gerade fliegt. Wie seine Lehrgangskollegen ist er mittlerweile zwar pensioniert, fliegt jedoch viele historische Flugzeuge. Dazu gehört häufig die Ju 52, mit der er bereits mehrmals auf Flugschauen in der Fördestadt zu Gast war.

Zum 40. Jubiläum ihres Lehrgangs veranstalten die Teilnehmer an diesem Wochenende in Flensburg ein Wiedersehens-Treffen mit viel Programm und Austausch von alten Erinnerungen. Wichtigster Punkt: Besuch des Flugplatzes Schäferhaus, der sich seither nur wenig verändert hat. Die Gruppe ist immer noch vollzählig. Die ehemaligen Flugkapitäne haben in ihrer aktiven Laufbahn keinen einzigen Flugunfall erlitten.