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Geschenkt - ein zweiter Flughafen für Flensburg

Flensburger Tageblatt

Sonderburg möchte Flensburg in Namen seines Airports aufnehmen / Planungsausschuss stimmt zu / Schäferhaus-Chef mahnt zur Vorsicht
  1. Flensburg. Hat Flensburg bald einen zweiten Flughafen? In genau einer Woche kann die Mehrheit der Ratsversammlung dies beschließen. Der neue Flugplatz mit Linienverkehr kostet noch nicht mal einen Cent, dafür liegt er aber über 40 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt - nördlich von Sonderburg. Der Betreiber des dortigen "Lufthavn" möchte Flensburg gern im Namen aufnehmen. Der binationale Landeplatz soll "Sønderborg - Flensburg Danish-German Airport" heißen.

    Der Sonderburger Flughafen bemüht sich derzeit um zusätzliche Linienverbindungen nach Deutschland und in skandinavische Länder. Regelmäßige Flüge - bis zu vier pro Tag - gibt es derzeit nur nach Kopenhagen. Durch den Namenszusatz und die internationale Aufstellung erhoffen sich die Betreiber bessere Vermarktungschancen und mehr Attraktivität. Seit August läuft eine Interreg IVa-Untersuchung zu den Chancen eines binationalen Flughafens in der Stadt am Alsensund.

    Jetzt traf der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Planen (SUPA) eine Vorentscheidung und stimmte mit großer Mehrheit dafür, dem Ansinnen Sonderburgs nachzukommen - allerdings nach kontroverser Diskussion. "Man sollte dies der Partnerkommune auf keinen Fall verweigern", sagte Ausschussvorsitzender Frank Markus Döring (CDU) - nachdem zuvor Harro Teichmann (WiF) genau dies vorgeschlagen hatte. Er sehe keine Chance für Sonderburg, weitere Linienverbindungen zu akquirieren. Das sei immer wieder versucht worden und immer wieder schief gegangen. Sein Parteikollege Elmar Westphal wies darauf hin, dass die von Sonderburg ins Feld geführten Zahlen "schön gerechnet" seien. In einem Radius von 90 Autominuten rund um den Airport leben demnach eine Million Menschen, und nach Fertigstellung der Autobahn Kliplev-Sonderburg erreiche man den Flugplatz von der Grenze in 12 bis 13 Minuten. Man sollte sich nicht, so Westphal, "an einem tot geborenen Kind beteiligen". 

    Doch mit ihren Bedenken standen die beiden WiF-Männer allein. Flensburg im Namen des Sonderburger Flughafens sei "kostenloses Marketing", so Stephan Kienaß (SPD), und Jörg Petersen (FDP) witterte gar eine "Riesenchance". 

    Auch der Geschäftsführer des Flensburger Flugplatzes, Manfred Bühring, sieht Chancen in einem binationalen Flughafen - "wenn es gelingen würde, zusätzliche Linien dauerhaft zu etablieren." Er sorgt sich allerdings ein wenig um Schäferhaus. So müsse gewährleistet sein, dass Sonderburg Schäferhaus keine Konkurrenz im Bereich "General Aviation" mache; dazu gehört quasi alles außer Linien. Zudem sehe er die Gefahr, dass Flensburg früher oder später in eine Diskussion über Zuschüsse zum Sonderburger Flughafen hineingezogen werden könne und mögliche Zahlungen dann zu Lasten von Schäferhaus gehen könnten. "Wir brauchen Schäferhaus nach wie vor", betonte Bühring.

    Das sieht die Stadt auch so. Der Planungsausschuss hat deshalb einen Zusatz zum bestehenden Antrag beschlossen. Auch Schäferhaus soll künftig binational an den Markt gehen: als Spezial-Flugplatz für "General Aviation" mit dem möglichen Namen "Flensburg-Schäferhaus Sønderjylland".